
Jedes Jahr produziert die Menschheit über 2'000'000'000 Tonnen allein an festen Siedlungsabfällen, und die Weltbank prognostiziert, dass diese Zahl bis 2050 3'400'000'000 Tonnen überschreiten wird. Mülldeponien sind längst zu Symbolen der modernen Zivilisation und der Umweltkrise geworden, doch gleichzeitig verwandeln sie sich – zur Überraschung der Menschheit – in Orte sensationeller Funde. Genau dort werden Gemälde von Weltklasse, seltene Autos, Schmuckstücke, historische Archive und sogar Festplatten mit Kryptowährungsguthaben im Wert von Hunderten von Millionen Dollar gefunden. Das Paradoxon des 21. Jahrhunderts besteht darin, dass die wertvollsten Schätze immer häufiger nicht durch die Technologie, sondern durch den Menschen verloren gehen.
Eine Blockchain lässt sich praktisch nicht nachträglich ändern oder fälschen. Die Kryptografie schützt das gesamte Netzwerk und nicht nur Bitcoin oder Ethereum. Der Konsens bestätigt Transaktionen zuverlässig, private Schlüssel gewährleisten die Kontrolle über digitale Vermögenswerte, und die dezentrale Architektur macht das System äusserst widerstandsfähig gegen jegliche Angriffe durch rein technische Eingriffe. Dennoch gibt es ein schwaches Glied, das kein Algorithmus beheben kann – den menschlichen Faktor.
Genau deswegen werfen Menschen Festplatten mit Seed-Phrasen weg, verlieren Hardware-Krypto-Wallets und vernichten unwiederbringlich historische Archive, Manuskripte und wertvolle Sammlungen. Es gibt unzählige Geschichten, in denen Besitzer den Zugriff auf Wallets mit Tausenden von Bitcoins verloren haben, weil Datenträger versehentlich entsorgt wurden. Und das passiert nicht nur in der Welt von Bitcoin.
Ein allgemein bekannter Fall: Ein Amsterdamer entdeckte unter weggeworfenen Gegenständen ein sehr altes Gemälde, nahm es mit nach Hause und bewahrte es in einem gewöhnlichen Keller auf. Erst nach einer brillanten journalistischen Recherche und der Untersuchung durch den Kunstdetektiv Arthur Brand stellte sich heraus: Es handelte sich um ein Gemälde aus der legendären Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Jacques Goodsticker, die 1940 während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis geplündert worden war. Endlich wird das Gemälde an die Erben des rechtmässigen Eigentümers zurückgegeben.
Der teuerste und bekannteste Fall, in dem sich ein Kehrichtplatz in einen Schatzspeicher für digitale Schätze verwandelte, war die Geschichte des IT-Ingenieurs James Howells. Er hatte 2013 versehentlich eine Festplatte mit dem privaten Schlüssel zu seiner Krypto-Brieftasche verloren, auf der 7'500 Bitcoin gespeichert waren – nach anderen Schätzungen etwa 8'000 BTC. Die Festplatte landete auf einer Kehrichtdeponie in Newport (Wales, Grossbritannien). Über viele Jahre hinweg versuchte Howells, eine Bewilligung für Ausgrabungen auf der Deponie zu erhalten, und bot an, die Aktion zu finanzieren.
Die Blockchain funktioniert weiterhin einwandfrei, und die Geschichte aus dem Leben von James Howells beweist einmal mehr das Grundprinzip der globalen Kryptowährungswelt: Bitcoin lässt sich nicht knacken, aber man kann es für immer verlieren, da der private Schlüssel nur an dem Ort existiert, an dem der Besitzer ihn aufbewahrt hat. Und wenn eine Festplatte, eine Hardware-Wallet oder eine Sicherungs-Seed-Phrase auf dem Kehricht gelandet ist, ist das Netzwerk nicht in der Lage, den Zugriff auf die Vermögenswerte wiederherzustellen. Und im digitalen Zeitalter können die grössten und wertvollsten Schätze der Menschheit nicht nur in Museen oder Banktresoren, sondern auch unter Tonnen von Kehricht vernachlässigt liegen.
Die Kehrseite der Medaille: Die Menschen erkennen den tatsächlichen Wert der gefundenen Gegenstände nicht und halten originale Kunstwerke für billige Kopien. Weltweit sind Hunderte von dokumentierten Fällen bekannt, in denen wertvolle Gegenstände gerade auf Kehrichthalden oder unter ausrangierten Gegenständen gefunden wurden, darunter: gestohlene Gemälde, Archivdokumente, Koffer mit Bargeld und Wertgegenständen, Krypto-Wallets und exklusive Oldtimer usw.
Wichtig: Die Kryptoindustrie investiert immer stärker in den Schutz unseres Planeten und die Erhaltung der Umwelt. Krypto-Unternehmen und Blockchain-Projekte haben Programme zur Säuberung der Ozeane von Plastik, zur Wiederaufforstung, zur Entwicklung erneuerbarer Energien und zur Tokenisierung von CO₂-Zertifikaten finanziert, wobei 1 Zertifikat einer Reduktion von 1 Tonne CO₂ entspricht. Solche Initiativen wurden von der Algorand Foundation, KlimaDAO, Ripple, Toucan Protocol und einer Reihe weiterer Ökosysteme umgesetzt, die bestrebt sind, digitale Finanzen mit dem Kampf gegen den Klimawandel zu verbinden.